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Bauen

Wohnungen für die Falschen

Ein Blick in die Berliner Geschichte belegt, dass solche Aussagen und ihre ausbleibenden Folgen seit nahezu 100 Jahren integraler Bestandteil der Berliner Politik sind. In einem Debatten-Protokoll des Deutschen Reichstages vom 30. April 1929 ist unter Berufung auf eine kritische…

27.10.2025·Redaktion

Ein Blick in die Berliner Geschichte belegt, dass solche Aussagen und ihre ausbleibenden Folgen seit nahezu 100 Jahren integraler Bestandteil der Berliner Politik sind. In einem Debatten-Protokoll des Deutschen Reichstages vom 30. April 1929 ist unter Berufung auf eine kritische Veröffentlichung der damals in Pankow herausgegebenen und vielgelesenen Zeitung „Anzeiger für den Berliner Norden“ u. a. zu lesen, man müsse feststellen, „daß bei dem gemeinnützigen Wohnungsbau die öffentlichen Gelder tatsächlich für sehr bemittelte Leute verwendet werden.“ Und weiter heißt es: „Obschon der Zweck der Gesellschaft ist, ausschließlich minderbemittelten Familien oder Personen gesunde, zweckmäßig eingerichtete Wohnungen zu billigen Preisen zu schaffen, werden von der Genossenschaft 3 bis 7-Zimmerwohnungen im Mietspreis von 2400 bis 6000 Mark hergestellt.“ Woraus folgt: „Bei  Leuten, die sich so teure Wohnungen der gemeinnützigen Baugenossenschaften leisten können, kann man kaum noch von `minderbemittelt´ sprechen.“

Nachdenklicher Schluss mit einem Zitat der österreichischen Schriftstellerin Ingeborg Bachmann (1926-1973):“ Die Geschichte lehrt dauernd, aber sie findet keine Schüler.“ MH

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